Zwischen Borsten und Bürsten

Ich kaufe ja wirklich viel und wirklich gerne. Aber bei manchen Dingen spare ich scheinbar ziemlich viel. Vielleicht ein bisschen zu viel. Denn in den letzten Jahren habe ich unbemerkt am Putzzeug gespart. Schließlich besitzt man ja Putzzeug. Das musste reichen ;).

Dabei nutzt man sein Putzzeug ja wirklich jeden Tag. Und jeden Tag nervten mich die selben Dinge. Mich nervt der Dreck unter meinen Nägeln, das ständige Bürstenwechseln oder auch mein stumpfer Hufkratzer. Jeden Tag aufs Neue habe ich mich mühevoll der Fellpflege hingegeben. Aber damit soll jetzt Schluss sein! Ich teste die verschiedenen Hersteller bzw. Bürsten. Und an den Start gehen:

  • Animalon, ein aufstrebendes Jungunternehmen mit flexiblen Bürstenhttps://www.animalon.de
  • Handsongloves, ein Unternehmen mit vielseitig einsetzbaren Putzhandschuh
  • Und der Klassiker Haas mit einem breiten Spektrum an Bürsten und Pflegezeug

Zunächst einmal zu Animalon. Getestet habe ich hier die den Striegel Careflex (Gummistriegel), die Kardätsche Careflex und die Ziegenhaar Kopfbürste.

Die Bürsten haben Synthetik-Borsten und einen flexiblen Gummirücken. Anfangs ist die Flexibilität der Bürsten von 90° wirklich gewöhnungsbedürftig. Man hat ein freieres Handgelenk und erreicht somit mehr Bereiche am Pferd. Beispielsweise kann man das Pferdebein mit der Kardätsche fast umschlingen und spart sich so das unnötige ewige wieder ansetzen der Bürste. Das spart Zeit und schafft Komfort. Außerdem verfügen beide Bürsten über eine verstellbare Handschlaufe, so dass sowohl Philipp als auch ich unbeschwert mit den Bürsten arbeiten können. Nach einigen malen der Nutzung gewöhnte ich mich an die Flexibilität und entspannte meine Handgelenke sichtlich. Endlich kein krampfendes Schrubben mehr, sondern natürliche Handbewegungen. Die Ziegenhaarbürste hingegen ist nicht flexibel, sondern klein und handlich. Sie sorgt für den nötigen Komfort bei der Gesichtspflege deines Pferdes.

Handsongloves

Die Handsongloves Handschuhe besitze ich jetzt schon seit dem Frühjahr 2018 und nutze sie hauptsächlich während des Fellwechsels oder zur Massage. Dadurch, dass man faktisch wirklich mit den Händen arbeitet, kann man um einiges gefühlvoller auf empfindliche Pferde eingehen. Außerdem haben die Handschuhe einen weiteren Vorteil: die eigenen Finger bleiben sauber und trocken! Man kann also problemlos Schlamm, Matsch und Haare vom Pferdekörper Scharben, ohne dabei auch nur ein Körnchen Dreck an den Fingern zu haben. Nahja.. nicht ganz. Schließlich ersetzt der Handsonglove lediglich den Gummistriegel, nicht aber die Kardätsche zum entfernen des Staubes. Trotzdem ergibt sich aus der Nutzung ein ganz anderes Putzgefühl. Für Reiter, wie fürs Pferd.

Haas

Der Klassiker und altbewährte Hersteller Haas verfügt über ein riesiges Sortiment zum Putzen eines jeden Pferdes. Testen durfte ich hierbei das Bürstenset Black (bestehend aus Mähnenbürste Koko, Mähnenbürste klein 8 cm, Waschbürste black und Kardätsche Capriole) und den Hufkrater Joker.

Außerdem besitze ich bereits eine Rosshaarbürste Amazone und die Bürste Diva mit Lammfell. Mit meinen eigenen, bisher genutzten Bürsten war ich immer sehr zufrieden. Gerade die Rosshaarbürste ist unheimlich vielseitig einsetzbar. Ich nutze sie am Kopf um groben Schlamm zu entfernen, aber auch am ganzen Rücken um den Staub zu entfernen.

Die Diva hingegen nutze ich lediglich zum absoluten Feinschliff zum Schluss. Sie verschafft dem Pony noch mal den nötigen Glanz, bevor der Sattel kommt. Das Bürstenset Black war schwierig in meine Putzroutine zu integrieren. Schließlich war ich mit den beiden Bürsten in Kombination mit der flexiblen Kardätsche von Animalon und den Handsongloves schon sehr zufrieden. Also überlegte ich mir, wofür ich die anderen Bürsten nutzen könnte und siehe da, sie entfalteten ihre Funktion. Die Mähnenbürste nutze ich seitdem für die Mähne oder leichte Schlammkrusten an den Ohren, mit der Waschbürste säubere ich die Hufe, da mir das Waschen mittlerweile schon zu kalt war und die kleine Mähnenbürste nutze ich zum Bürsten meiner Gamaschen.

Aber auch die Bürste Capriole konnte gegen die Rosshaarbürste Amazone ganz gut mithalten. Denn, beide liegen gut in der Hand und erfüllen so ihren Zweck, aber das letzte bisschen Glanz vermittelt halt eher die Diva. Tatsächlich habe ich aber noch ein ganz anderes Highlight für mich gefunden. Und zwar ist der Hufkratzer Joker mein absolutes Highlight, welches in KEINEM Putzkoffer fehlen sollte! Der Hufkratzer hat eine Schraubenzieherartige Spitze und ist somit nicht so stumpf wie viele andere Hufkratzer. Mit dem Joker bekommt man jeden noch so kleinen Stein aus den Hufen. Und ist es nicht eigentlich das, was alle Hufkratzer können sollten? Steine entfernen..

Abschließend kann ich sagen, dass sich jeder seinen Putzkoffer selbst zusammenstellen muss, da dieser auf die eigenen Gegebenheiten und Wünsche angepasst werden sollte. Dabei lohnt es sich auch mal über den Tellerrand hinaus zu gucken und sich bei den verschiedenen Herstellern das passende Pflegeprodukt zu suchen. Bei Mops am Rentnerstall brauche ich beispielsweise kein ultraglänzendes Pferd, da er sich das nächste Schlammbad so oder so nicht nehmen lassen wird. Hier brauche ich wohl eher einen leistungstarken Gummistiegel, der hartnäckigen Schlamm entfernt, ohne das mein Pferd den Rücken wegdrückt, während ich bei Schnappi eher auf glänzendes, glattes Fell achte.

Es lässt sich also gar nicht sagen, dass der eine Hersteller besser ist als der andere. Vielmehr muss Jeder für sich selbst entscheiden, welches Produkt er am ehesten gebrauchen kann. Und sein wir doch mal ehrlich, putztechnisch befinden wir uns bei diesen Herstellern so oder so in der Oberliga.